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September zu warm

[02.10.2021]

Der September war in Deutsch­land das vierte Jahr in Folge zu warm. Auch weitere Eigen­schaften des Wetters blieben ge­nauso wie in den Jahren zuvor.


Mit einer Durchschnittstemperatur von 15,2°C war der September 2021 in Deutschland rund 1,6°C wärmer als die Referenzperiode 1981 bis 2010. Der Zeitraum 1901 bis 2000, also des letzten Jahrhunderts, wurde sogar um 1,9°C überschritten. Damit liegt der September diesen Jahres als vierter Monat seiner Art über dem klimatischen Mittelwert.


Die regionale Betrachtung zeigt eine recht gleichmäßige Verteilung der Temperaturabweichung. Mit einem Plus von 1,8°C war es jedoch im Saarland und in Rheinland-Pfalz etwas wärmer. Das mit 1,5°C niedrigste Plus wurde in der Region von Niedersachsen bis Berlin registriert.


Regen gab es aber wieder einmal zu wenig. Durchschnittlich fehlten 32,5 Liter pro Quadratmeter. Vor allem in der südwestlichen Hälfte des Landes fehlten 37 bis 46 Liter. Im Nordosten lag das Defizit bei 11 bis 21 Litern. In Thüringen und Sachsen fehlten 25 bzw. 30 Liter pro Quadratmeter. Zuletzt gab es 2013 in einem September ausreichend Regen. Seitdem fehlten teils größere Summen.


Sonnenschein wurde im letzten Monat wieder genügend registriert, zumindest im Durchschnitt. Knapp 26 Stunden gab es im September mehr als üblich. Doch im Nordosten fehlten teilweise zwischen 10 und 30 Stunden. Im Süden und Südwesten hingegen wurden mit über 200 Stunden 55 bis 64 Stunden mehr als im Langzeitdurchschnitt 1981 bis 2010 gemessen.


Nun bleibt es abzuwarten, wie sich der Herbst entwickelt und schließlich der Winter. Prognosen gibt es, aber deren Trefferquote ist eher gering. Der ENSO-Index im Ostpazifik lag bisher im Minus. Wie lange die derzeitige La Niña anhalten wird, ist noch unklar. Doch sie könnte sehr wahrscheinlich bis ins nächste Jahr hineinreichen. Damit würde weiterhin die Wärme fehlen, die sich langfristig in der Nordhemisphäre ausbreiten könnte.


Redaktion meteo.plus