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Meereis am Südpol erholt sich

[25.11.2020]

Die Meereis-Entwicklung am Südpol lässt ein wenig Hoffnung aufkommen, dass nach ein paar eisarmen Jahren eine Erholung eintritt.


Die Meereisentwicklung am Nordpol hatte zuletzt für Schlagzeilen gesorgt, weil der Monatsdurchschnittswert im Oktober 2020 bei nur noch 5.284 Millionen Quadratkilometern lag. Dies war der bisher niedrigste Wert seit Messbeginn im Jahre 1978.


Derzeit nimmt die Ausdehnung des Packeises wieder zu, aber ob sich auch im November ein ähnlicher Negativrekord einstellen wird, ist noch unklar. Langfristig entwickelt sich die Lage jedoch nicht gut. Der Jahresdurchschnitt könnte in den nächsten Monaten auf 10 Millionen Quadratkilometer fallen und damit einen Negativrekord der letzten 40 Jahre aufstellen.


In der Südhemisphäre scheint sich die Besorgnis erregende Situation abzuschwächen. Nach einer über Jahrzehnte hinweg immer weiter zunehmenden Meereisausbreitung kam es 2015 zu einer deutlichen Abnahme. Diese setzte sich auch in den beiden folgenden Jahren fort, sodass 2017 im südhemisphärischen Sommer der bisher niedrigste Werte auftrat. Dieser lag aber nur wenig unter den Werten früherer Jahrzehnte. Für den Höchststand galt ähnliches. Auch dieser lag niedrig, aber nicht tiefer als z.B. 1986.


Ab 2018 erholte sich das Packeis an den Küsten der Antarktis wieder leicht. Das Maximum der Meereisausbreitung lag 2020 sogar wieder auf dem früher üblichen Niveau. Daher erholt sich auch der Jahresdurchschnittswert und deutet damit einen Aufwärtstrend an. Die Fläche, die einen hohen Anteil des Sonnenlichts in den Weltraum reflektieren kann, nimmt damit weiter zu.


Auch bei Betrachtung der gesamten weltweiten Meereisausbreitung fällt auf, dass sich wieder ein Anstieg einstellt. Das Eis der antarktischen Gewässer entwickelt sich so gut, dass sogar die weltweite Summe vor wenigen Tagen wieder einen Wert von 25,55 Millionen Quadratkilometern erreicht hatte. Dieser lag über den Höchstwerten der letzten 4 Jahre.


Es bleibt nun spannend, wie sich die Ausdehnung des Meereises in den nächsten Monaten und Jahren entwickeln wird. Derzeit breitet sich im Pazifik eine La Niña aus. Die weltweiten Temperaturen steigen daher schon langsamer an, wodurch auch der Meeresspiegel seine Anstiegsrate reduziert.


Redaktion meteo.plus