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Fast 1 Grad Celsius zu warm

[15.10.2020]

Die weltweiten Tempe­ra­tur­en lagen im Sep­tember 2020 fast 1 Grad Celsius über den klima­tischen Mittel­werten. Die Unter­schiede zwischen Land und Meer sind jedoch weiterhin groß.


Mit einer klimatischen Abweichung von 0,97°C war der September 2020 fast 1°C wärmer als üblich. Gegenüber dem Vormonat hatte die Anomalie laut den weltweiten Messstationen um weitere 0,03°C zugenommen, liegt damit aber noch weit unter den Werten einiger vergangener Monate. Im Laufe der letzten 5 Jahre hat sich jedoch eine weltweite Temperaturabweichung von rund 1°C eingespielt.


In der nördlichen Hemisphäre hat sich das klimatische Plus nur um winzige 0,01°C erhöht, im Süden hingegen um 0,04°C. Im Norden ist es damit aber derzeit 1,21°C zu warm, im Süden nur 0,7°C. Der große Unterschied ergibt sich nach wie vor durch den deutlich größeren Anteil an Landflächen gegenüber der südlichen Hemisphäre.


Landflächen erwärmen sich viel leichter. Dies geht auch aus den Werten für den September hervor. Demnach war es auf den nördlichen Kontinenten 1,43°C zu warm, was einer weiteren Erhöhung von 0,13°C entsprach. Die südliche Hemisphäre zog zuletzt deutlich nach. So stieg das klimatische Plus um 0,43°C an und erreicht nun 1,62°C.


Während die Landflächen weltweit im Schnitt 1,49°C zu warm waren und das Niveau damit um weitere 0,22°C anstieg, senkte sich das klimatische Plus der Ozeane um 0,04°C auf derzeit 0,77°C. Die Meere bilden damit weiterhin einen kühlenden Gegenpol zu den wärmeren Kontinenten.


Das klimatische Plus der nördlichen Ozeane lag im September mehr als doppelt so hoch wie im Süden. Im Norden war es 1,08°C zu warm, im Süden nur 0,52°C. Die Veränderungen zum Vormonat waren mit -0,06 und -0,04°C jeweils negativ.


Die weltweite Erwärmung setzt sich damit weiter fort. Der Durchschnitt der letzten 12 Monatsabweichungen, von Oktober 2019 bis September 2020, liegt derzeit bei 1,01°C. Es gilt als sehr unwahrscheinlich, dass es in den nächsten drei Monaten zu einem drastischen Rückgang der klimatischen Abweichungen kommt. Daher muss davon ausgegangen werden, dass das Jahr 2020 zum bisher wärmsten Jahr seit 1880 wird.


Der negative ENSO-Index konnte bisher keine weltweite Abkühlung bewirken. Sie wird zwar kommen, doch werden bis dahin zum einen noch ein paar Monate vergehen. Zum anderen ist aber auch noch nicht klar, inwiefern andere Einflüsse diesen Abkühlungstrend dämpfen oder gar überspielen.


Redaktion meteo.plus