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Herwarts Weg quer durch Europa

[30.10.2017]

Orkan Herwart hat auf seinem Weg von der Nordsee bis zum Schwarzen Meer eine Spur der Verwüstung quer durch Europa hinterlassen. In der deutschen Bucht kam noch eine Sturmflut hinzu.


In der Nacht zum Sonntag hatte sich auf der Nordsee Sturmtief Herwart bereits angekündigt. Über dem flachen Wasser konnte sich der Sturm zudem deutlich verstärken und bis zum Mittag nahmen die Winde weiter zu. An den Küsten Großbritanniens wurden zwar nur 20 bis 40 Kilometer pro Stunde gemessen, doch die steilen Küsten Norwegens kanalisierten die Windströmungen, sodass dort 40 bis 90 Kilometer pro Stunde auftraten. In Böen wurden auch bis zu 120 km/h registriert.


Über der Nordsee formierte sich Herwart zum Orkan und brachte 40 bis 80 km/h, in Böen auch mehr als 120. Da das Zentrum des Sturms über Dänemark und die Ostsee hinwegzog, führte die vorherrschende Windrichtung und der niedrige Luftdruck dazu, dass Meereswasser in die Deutsche Bucht und die Elbe hinauf gedrückt wurde. Die entstandene Sturmflut führte in Hamburg schließlich zu großen Überschwemmungen.


Auf der Nordseite des Sturms wurden etwas schwächere Winde beobachtet. In Schweden waren 30 bis 70, in Böen bis 100 km/h festgestellt worden, in Finnland 40 bis 70, in Böen bis 80 km/h. In Åland lagen sie aufgrund der Nähe zur umgebenden Ostsee mit 90, in Böen bis zu 110 km/h, etwas höher.


In Deutschland wurden vor allem im nördlichen Tiefland bis nach Sachsen-Anhalt hinunter 120 bis 130 Kilometer pro Stunde gemessen. Die stärksten Böen konnten auf dem Fichtelberg festgehalten werden: 176 km/h. Zu dieser Zeit traten auch in Österreich starke Windböen auf. Meist lagen die Windgeschwindigkeiten bei 30 bis 80 km/h, in Gmunden am Traunsee in Böen sogar bis zu 180 Kilometer pro Stunde.


Orkan Herwart zog über den Norden Polens weiter nach Osten, sodass vor allem im Westen und Süden des Landes 30 bis 70 km/h auftraten. In Tschechien war es mit 50 bis 90 km/h etwas windiger. In beiden Ländern waren Böen von bis zu 151 km/h registriert worden. In Slowenien ließ die Kraft des Sturms aufgrund der hohen Entfernung zum Orkanzentrum schon etwas nach. Hier wurden 30 bis 60, in Böen bis zu 108 km/h gemessen.


In der vergangenen Nacht wurden auf dem weiteren Weg in Richtung Osten stets niedrigere Werte gemessen. In der Slowakei gab es 30 bis 70 km/h mit Böen von bis zu 90 km/h auf dem Chopok. In Ungarn wurden 30 bis 90 km/h gemessen, in Serbien nur 30 bis 60.


Weiter östlich dieser Länder nahm die Stärke von Herwart weiter ab. In Kroatien, Bulgarien und Weißrussland wurden 30 bis 60 km/h registriert. In Rumänien wurden 50 bis 80 km/h gemessen, in höheren Lagen auch bis zu 100 km/h. Der Sturm hat nun auf seinem Weg nach Russland nur noch die Stärke eines ausgeprägten Tiefs.


Herwart hat nicht nur starke Winde gebracht, sondern auch deutlich trockenere Luft, die derzeit in den Nächten deutlich stärker auskühlt und auf den Bergen bereits zu Temperaturen unter Null Grad führt.


Redaktion meteo.plus