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Die Kälte ist zurück

[11.05.2020]

Das Kräftemessen zwischen zwei Luftmassen sorgte heute für sehr unterschiedliches Wetter. Entweder gab es Sonnenschein oder Dauerregen, örtlich sogar Schnee.


Schon gestern hatte sich abgezeichnet, was heute kommen würde. Kaltluft zog über die Nordsee nach Deutschland herein und ließ vor allem in Norddeutschland bereits die Temperaturen sinken. Bei teils sehr windigem Wetter wurde dies sehr unangenehm.


Im Süden hingegen zog Warmluft heran. Ein Tief über Spanien und Südfrankreich transportierte viel Regen aus dem Mittelmeer zu uns und sorgte schon gestern für schwülwarmes Wetter.


Heute prallten diese zwei unterschiedlichen Luftmassen über der Mitte Deutschlands zusammen. Auf dem Regenradar von heute Morgen konnte man die verschiedenen Zugrichtungen sowie die Regengebiete im Südwesten gut erkennen.



Abb. 1: Regenradar für Deutschland vom 11. Mai 2020 um 08:15 Uhr MESZ.


Im Laufe des Tages näherten sich die beiden Luftmassen immer weiter an, sodass vor allem in der Mitte und im Süden ergiebige Regenfälle einsetzten. Die feuchte Luft wurde durch die von Norden heranströmende Kaltluft aufgehalten und langsam zurückgedrängt. Im Taunus gab es örtlich Schnee. Sogar in den Niederungen war etwas Graupel mit im Regen. An der Lahn wurden auch Keller unter Wasser gesetzt.



Abb. 2: Regenradar für Deutschland vom 11. Mai 2020 um 11:30 Uhr MESZ.


Wie in Abbildung 2 zu sehen ist, sah es im restlichen Süddeutschland nicht besser aus. Am Bodensee brauten sich dicke Regenfronten zusammen, die rasch bis ins östliche Bayern weiterzogen.


Vor allem im Saarland, Rheinland-Pfalz, im Norden Baden-Württembergs sowie in Südhessen und Nordbayern gingen teils ergiebige Regenfälle nieder. Örtlich wurden Regensummen von mehr als 60 Liter pro Quadratmeter registriert.



Abb. 3: Regensummen in Deutschland am 11. Mai 2020.


Im Norden blieb es später bei windigem Wetter meist freundlich und bildete damit einen deutlichen Kontrast zur Lage im Süden. Doch auch dort wird sich ab morgen sonnigeres Wetter durchsetzen. Laut den Prognosen werden die Temperaturen im Laufe der Woche langsam ansteigen. Die Tageshöchstwerte von 12 bis 16 Grad klettern bis zum Wochenende auf 13 bis 20 Grad. Doch die Nächte werden anfangs vor allem in der Mitte und im Süden mit 3 bis 6 Grad unter Null noch einmal recht frostig.


Aber nicht nur bei uns in Europa ist die aktuelle Wetterlage etwas besonderes. In den östlichen USA wurde in diesen Tagen der späteste Wintereinbruch seit 1977 verzeichnet. In New York lagen die Temperaturen rund 3,5°C unter Null, so niedrig wie seit 1947 nicht mehr.


Redaktion meteo.plus