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Wird die Sonne dunkler?

[01.02.2022]

Die Sonne produ­ziert immer mehr Sonnen­flecken mit enor­mer Größe. Sehr sehens­wert, aber wahr­schein­lich spielt das Wetter bei uns nicht mit.


Wie bereits berichtet, wandert am Nordwesthorizont Guppe 2935 aus unserem Sichtbereich. Im Südwesten wird 2934 morgen folgen. Die Gruppe existiert weiter und der größere Fleck darin bleibt unverändert. Die restliche Umgebung ist aber ruhig geworden.


Im Norden zieht weiterhin die aktive Region 2936 in Richtung Westen weiter. Aufgrund ihrer großen Flecken dominiert sie derzeit das Geschehen und zieht die Beobachter auf sich. Der größere Fleck hat sogar noch leicht an Größe gewonnen. Der Rest der Gruppe hat sich etwas abgeschwächt. Die Gruppe wird zudem von der kleinen Region 2938 gefolgt, die sich wenig weiter östlich befindet. Sie ist in der Nachbarschaft nahezu unauffällig, besteht aber aus vielen kleinen Flecken.



Abb. 1: Sonnenfleckengruppe 2936 am 1.Februar 2022 (Quelle: NASA).


Gestern bereits tauchten am Osthorizont der nördlichen und südlichen Heliosphäre neue Fleckengruppen auf. Im Süden erhielt sie die Laufnummer 2939. In dieser aktiven Region sticht wieder ein Fleck hervor, der fast Erdengröße erreicht. Die Struktur in der Umgebung dürfte sich in den nächsten Tagen noch verändern.



Abb. 2: Sonnenfleckengruppe 2939 am 1.Februar 2022 (Quelle: NASA).


Im Nordosten erscheint Gruppe 2940 bereits etwas vielfältiger. Sie besitzt zwar keinen besonders großen Fleck, besteht jedoch aus vielen kleineren Sonnenflecken, die eine deutliche Umbra und umgebende Penumbra aufweisen. Hier könnten in den nächsten Tagen einige der Flecken miteinander verschmelzen.



Abb. 3: Sonnenfleckengruppe 2940 am 1.Februar 2022 (Quelle: NASA).


Der Sonnenaktivitätsindex könnte von den gestrigen 75 wieder auf 100 ansteigen, vielleicht auch mehr. Auch in den nächsten Tagen ist dies steigerungsfähig. Aber nicht nur durch die Intensivierung der vorhandenen Fleckengruppen, sondern auch durch eine neue aktive Region, die sich in 3 bis 4 Tagen am nordöstlichen Horizont offenbaren könnte. Denn die NASA geht durch entsprechende Messungen davon aus, dass sich dort eine größere Aktivitätsregion befindet.


Lassen wir uns also überraschen. Solange das Wetter bei uns keine Beobachtung zulässt, bleibt das Erscheinungsbild der Sonne eher nebensächlich. Doch die Aktivität der Sonne nimmt weiter zu. Die Gesamtabstrahlung der Sonne bleibt weiterhin auf hohem Niveau und wird sich in den nächsten Monaten weiter steigern. Die Hälfte der Aktivität im aktuellen Sonnenzyklus 25 könnte aber schon erreicht sein.


Bei den vielen großen Sonnenflecken könnte man sich nun die Frage stellen, ob die Sonne dadurch für uns dunkler erscheint. Schließlich erscheinen uns die Flecken mit einem Sonnenfilter sogar schwarz. Die Temperatur liegt in diesen Bereichen rund 1500°C niedriger als auf der restlichen Sonnenoberfläche. In den Penumbren, also den Halbschatten der Sonnenflecken, ist es nur rund 500°C kühler. Doch im Laufe des Sonnenzyklusses, wenn die Anzahl und Größe der Sonnenflecken immer weiter zunimmt, steigert sich auch die Temperatur in der Umgebung der Sonnenflecken. Dadurch nimmt die Abstrahlung der Sonne insgesamt zu und sie wird heller. Vor allem zum Sonnenrand hin ist dies wie derzeit bei den Fleckengruppen 2939 und 2940 gut zu erkennen. Sie sind beide von vielen Aufhellungen, also heißeren Gebieten umgeben.


Redaktion meteo.plus