Auf der Sonne sind derzeit viele Sonnenflecken zu sehen. Aber aus einer unscheinbaren Region im hohen Norden kommt gerade etwas auf unsere Erde zu. In wenigen Tagen werden wir es nachts bei klarer Sicht sehen.
Wer es aktuell schafft, die Sonne mit einem Teleskop und entsprechend schützender Ausrüstung zu beobachten, kann eine riesige Ansammlung von Sonnenflecken bestaunen. Die drei Gruppen 4296, 4294 und die jüngere 4298 haben sich auf der Südhälfte der Sonne aneinandergereiht. Es ist der größte Komplex der letzten 10 Jahre und unterliegt ständigen Veränderungen. Die folgende Abbildung zeigt die Ausmaße der großen aktiven Region.

Einige der großen Sonnenflecken erreichen schon mit ihrer inneren dunklen Umbra einen Durchmesser wie unsere Erde. Die gesamte Struktur der drei Gruppen ist derzeit rund 450.000 km lang und verändert sich immer wieder etwas.
Obwohl es sich um eine große Ansammlung von aktiven Regionen handelt, gehen von ihr keine großen Eruptionen aus. Die unscheinbare Gruppe 4299 im Norden der Sonnenscheibe hingegen hatte in den letzten Stunden einen starken Ausbruch erzeugt. Der Massenauswurf (CME), der in dieser Region registriert wurde und in unsere Richtung strömt, gehört schon zu den etwas stärkeren und wird am 9. Dezember unsere Erde erreichen. Dann sind nachts auch Polarlichter bis in unsere Breiten möglich.
Im November war vor allem die erste Monatshälfte sehr aktiv. Mit Werten von bis zu 154 war sie relativ stark. In der zweiten Hälfte erreichte der Index der Sonnenaktivität nur noch 90 bis 100. Der Dezember begann schon mit 145 und es werden derzeit Werte von 160 bis teilweise über 180 erreicht. Damit handelt es sich aktuell um eine etwas stärkere Phase am Ende des Sonnenmaximums im Zyklus 25. Auch die Abstrahlung der Sonne hat noch einmal etwas zugenommen und liegt aktuell bei gleichen Werten wie während des Sonnenmaximums im Zyklus 24.