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Zu warm, zu feucht, zu trüb

[04.11.2020]

Der Oktober war nach dem dritten trockenen Sommer eine kleine Erholung für die strapazierte Natur. So könnte es in den nächsten Monaten weitergehen.


Die Natur hat es gefreut, dass im Oktober etwas mehr Regen niederging als üblich. Die leicht erhöhten Temperaturen sorgten jedoch teils für frühlingshafte Erscheinungen, die viele Pflanzensamen zum Keimen brachten. Die kommende Kälte des Winters wird diese Pflanzen erfrieren lassen. Im Frühling werden sie dann fehlen.


Mit einer Durchschnittstemperatur von 10,2°C war der Oktober rund 1°C zu warm. Dieses Plus wurde vor allem in Hessen und Nordrhein-Westfalen erreicht. Weiter nördlich nahm das klimatische, aber auch das absolute Plus weiter zu. Mit 11°C war es von Sachsen-Anhalt bis Berlin am wärmsten. Die Werte lagen 1,6°C über Normal. Am kühlsten war es in Bayern, obwohl es dort noch 0,5°C zu warm war. Am wenigsten zu warm war es in Baden-Württemberg, wo die Durchschnittstemperatur mit knapp 9,4°C nur 0,3°C zu hoch lag.


Regen gab es überall genug. Vor allem im Westen und in Schleswig-Holstein wurden die üblichen Werte erreicht. Saarland, Bayern, Niedersachsen und die neuen Bundesländern verzeichneten hingegen deutlich höhere Werte als die klimatischen Mittelwerte. Dort gab es meist 11 bis 31 Liter pro Quadratmeter mehr. In Sachsen regnete es sogar mehr als doppelt so viel wie üblich, was zu einem Plus von fast 52 Litern führte. Deutschlandweit fielen im Schnitt gut 78 Liter pro Quadratmeter, fast 15 Liter mehr als üblich.


Mehr Regen bedeutet in den kühleren Jahreszeiten meist auch weniger Sonnenschein. Dies traf erneut im Oktober 2020 zu. Meist fehlten 20 bis 30% der üblichen Sonnenstunden. Im Westen waren es teilweise sogar mehr als die Hälfte. Aus klimatischer Sicht sind 108 Stunden normal, im letzten Monat waren es jedoch im Schnitt nur knapp 68 Stunden.


Redaktion meteo.plus