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Packeis schwindet dahin

[22.11.2019]

In der Nord­hemi­sphäre breitet sich das Pack­eis im Polar­meer deut­lich aus. Im Süden kehrt bereits der Früh­ling mit ent­sprechen­der Auf­lösung der Pack­eis­fläch­en ein.


Am Nordpol breitet sich seit Ende September die Polarnacht wieder aus und begünstigt damit die Packeisbildung im Nordpolarmeer. In den letzten anderthalb Monaten bildete sich daher das schwimmende Eis auf einer Fläche von rund 8,6 Millionen Quadratkilometern. Die Hälfte der typischen Ausdehnung des Meereises hat sich damit bereits ausgebildet. Diese Werte sagen jedoch nichts über die Mächtigkeit des Eises aus.


Auch wenn sich die Neubildung des Packeises der letzten Monate flächenmäßig viel anhört, sind dies weniger als üblich. Für die Region, in der die Polarnacht bereits vorherrscht, ist das rund 2 bis 3 Millionen Quadratkilometer weniger als im klimatischen Durchschnitt.


Vor allem aber in dem Bereich, in der die Polarnacht noch nicht vorgedrungen ist, ist der Eisstand in diesem Herbst besonders niedrig. 2016 und 2017 lag der Wert zwar noch niedriger, aber 2019 gehört mindestens zu den Top 3 der niedrigsten Eisstände außerhalb der Polarnacht.


Der lanfgristige Trend ist in der Nordhemisphäre weiterhin negativ. Sollte der Winter im Maximum tatsächlich einen eher niedrigeren Stand erreichen, könnte der Jahresdurchschnitt wieder auf den Wert von 2016 fallen. Möglicherweise auch niedriger.


In der Südhemisphäre war von den 1970er Jahren bis 2014 ein leicht steigender Trend erkennbar, der den Verlust am Nordpol größtenteils kompensierte. Doch seit 2015 hat die Meereisbedeckung rasant abgenommen. Ab 2017 stoppte dieser Verlust zwar und der Trend drehte geringfügig in den positiven Bereich, doch innerhalb der letzten 12 Monate fiel er wieder leicht.


Der weltweite Gesamtwert hatte trotz des lange Zeit positiven Trends in der Antarktis leicht abgenommen und ist in den letzten Jahren deutlich gefallen. Die derzeitige Entwicklung im Nordpolarmeer könnte zu einem neuen Tiefststand des weltweiten Gesamtwertes führen.


Redaktion meteo.plus