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Neunter Monat in Folge zu warm

[03.11.2018]

Die Witterung in Deutschland ist weiterhin zu warm. Die derzeitige positive Abweichung ist zwar nicht rekordverdächtig, doch handelt es sich bereits um den neunten Monat in Folge, der über dem klimatischen Mittelwert liegt.


Der Oktober war in Deutschland im Mittel 1,5°C zu warm. Die regionalen Unterschiede waren relativ gering. Mit 1,8°C war es in Schleswig-Holstein und Sachsen am wärmsten, Baden-Württemberg bildete mit einer positiven Abweichung von 1,2°C das Schlusslicht. Trotz der hohen Mitteltemperatur gehörte der Oktober dieses Jahr nicht zu den wärmsten. Allein letztes Jahr lag die Temperatur noch 0,4°C höher. Insgesamt lag der diesjährige Herbstmonat bei der Betrachtung seit 1880 nur auf dem 12. Platz, bildete aber den neunten Monat in Folge, der zu warm ausfiel.


RangOktoberAbweichung (1981-2010)
1.200112,5
2.200612,1
3.201411,9
4.199511,8
5.190711,2
6.194211,1
7.196611,1
8.196711,1
9.201711,1
10.192111,0
11.200511,0
12.201810,7


Wie in der obigen Tabelle zu erkennen ist, wurden die höchsten Werte für einen Oktober zwischen 2001 und 2014 erreicht. Aber auch Jahre wie 1907 und 1921 befinden sich unter den wärmsten 10.


Regen gab es erneut viel zu wenig. Meist fehlten 30 bis 50 Liter pro Quadratmeter. In den neuen Bundesländern erreichte das Defizit nur 15 bis 27 Liter, in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg fiel der Verlust mit 50 bis 60 Litern stärker aus. Der meiste Regen fehlte im Saarland. Dort kamen nur 13,8 Liter pro Quadratmeter runter. Das Defizit erreichte damit 76 Liter. Die Auswirkungen waren auch an den Flüssen deutlich zu erkennen und resultierte auch in den niedrigsten Pegeln der letzten Jahrzehnte. Z.B. wurden die bisher Rekord haltenden niedrigen Wasserstände von 2003 im gesamten Rheinverlauf unterboten.


Der Oktober begann mit viel Hochdruckeinfluss. Eine Wetterlage, die schon seit Monaten Mitteleuropa vorwiegend beherrscht. Dadurch war es nicht nur zu warm und zu trocken, sondern auch viel sonniger als üblich. Meist gab es 30 bis 50 Stunden mehr Sonne als im klimatischen Durchschnitt. Im Südwesten gab es ein Plus von rund 60 bis 70 Stunden.


Hinweis: Die klimatischen Abweichungen basieren auf dem Referenzzeitraum 1981 bis 2010.


Redaktion meteo.plus