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Meeresspiegel steigt langsamer

[17.05.2022]

Aktuelle Daten zeigen einen etwas lang­sa­meren An­stieg des welt­weiten Meeres­spiegels. Der Grund dafür könnte bald schwin­den.


Seit vielen Jahrzehnten steigt der Meeresspiegel Jahr für Jahr weiter an. Ende der 1990er Jahre lag der Aufwärtstrend noch bei rund 3 mm pro Jahr. Doch mit der Jahrtausendwende ging es etwas schneller bergauf. Seit 2010 liegt der Trend bei 3,5 mm pro Jahr.


Während der Messungen, die seit 1993 mit Hilfe von Satelliten durchgeführt werden, fiel bereits auf, dass ein El Niño zu einer Beschleunigung, eine La Niña hingegen zu einem Abbremsen des Anstiegs führt. Dies ist in der fast 30jährigen Aufzeichnung gut dokumentiert, findet jedoch nicht in allen Meeren gleichermaßen statt.



Abb. 1: Unterschiedlicher Anstieg des Meeresspiegels in den verschiedenen Ozeanen.


Seit 2020 herrscht im östlichen Pazifik eine La Niña vor. Sie hatte bisher noch nicht dazu geführt, dass sich der Meeresspiegel langsamer hob. Doch im Winter 2021/2022 war es endlich so weit. Aufgrund einer zweiten La Niña in Folge wirkte der Einfluss aus dem größten Ozean und ließ den Meeresspiegel erneut auf das Niveau des Vorjahres sinken. Auch im Mai wurden erneut vergleichbare Werte registriert. Dadurch nimmt der jährliche Durchschnittswert derzeit langsamer zu.


Es bleibt nun abzwarten, wie lange dieser Effekt noch wirken kann. Denn obwohl die derzeitige La Niña weiterhin stabil ausgeprägt bleibt, könnte es schnell einen Schwenk zur Warmphase El Niño geben und den Anstieg wieder beschleunigen.


Redaktion meteo.plus