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La Niña verhindert den Rekord

[15.01.2021]

Das Jahr 2020 war dabei, das wärmste Jahr seit 1880 zu werden. Aber ein dominanter Klima­zyklus hat dies zum Glück ver­hindert.


Wie wir zuletzt berichteten, hätte die weltweite Durchschnittstemperatur im Dezember 2020 mehr als 0,87°C betragen müssen, um das Gesamtjahr 2020 an die Spitze der Rekordliste zu bringen. Es hätte das wärmste Jahr seit den Messungen 1880 werden können. Da sich jedoch die La Niña im äquatorialen Ostpazifik in den letzten Monaten deutlich verstärkt hatte, reduzierte sie damit die weltweite Temperaturanomalie. Mit einem klimatischen Plus von 0,98°C blieb 2020 auf dem zweiten Platz. Spitzenreiter ist nach wie vor 2016, dessen Durchschnittstemperatur 1,00°C betrug.


Regional gibt es jedoch einige Unterschiede. So stieg die Temperatur auf den Kontinenten 1,59°C über die klimatischen Langzeitwerte. Damit wurde es dort 2020 um 0,05°C wärmer als beim bisherigen Rekordhalter 2016. Die Temperatur der Ozeane lag im vergangenen Jahr nur auf dem dritten Platz. Mit einem klimatischen Plus von 0,76°C lag sie hinter 2019 mit 0,77°C und dem Spitzenreiter 2016 mit 0,79°C. Insgesamt war es ein knappes Rennen um den ersten Platz, der nur knapp verfehlt wurde. Nach diesen Daten gehörte 2020 damit aber zu den wärmsten Jahren seit Messbeginn.


Das Jahresende war weltweit von einem Rückgang der klimatischen Abweichungen betroffen. In der Nordhemisphäre war es insgesamt zwar 1,1°C zu warm, aber damit 0,22°C weniger als noch im Vormonat. In der Südhemisphäre ging das Plus um 0,13°C auf 0,45°C zurück. Im weltweiten Durchschnitt war dies ein Rückgang um 0,18°C auf derzeit 0,78°C.


Die Landflächen hingegen verzeichneten im Süden eine stärkere Abschwächung des klimatischen Plus. Dort ging es um 0,61°C auf 0,83°C zurück. In der Nordhemisphäre stellte sich nur ein Rückgang um 0,4°C ein. Daher war es dort noch 1,45°C zu warm. Im weltweiten Durchschnitt ergibt dies für die Kontinente einen Rückgang um 0,47°C auf 1,27°C.


Die Meere waren weltweit nur 0,59°C zu warm, 0,08°C weniger als noch im November. Auch in den beiden Hemisphären fiel der Rückgang recht gering aus. Im Norden sank das klimatische Plus um 0,12°C auf 0,88°C und im Süden um 0,03°C auf 0,38°C.


Wie bereits bei den Satellitenmessungen festgestellt, hat sich die Temperaturabweichung im Dezember 2020 deutlich abgeschwächt. Das Klimaphänomen La Niña hat ihre Wirkung endlich entfaltet und könnte damit auch in den nächsten Monaten für zurückgehende Abweichungen sorgen, wenn nicht irgendwo anders wieder ein Klimazyklus zur treibenden Kraft nach oben wird.


Redaktion meteo.plus