Die weltweite Temperatur lag im Juni wieder einmal deutlich geringer über den Normalwerten als zuletzt üblich. Was hat das langfristig zu bedeuten? Geht es so weiter?
Der Juni 2025 reihte sich wie fast jeder Monat seit der Jahrtausendwende in die zu warmen Monate ein. Doch mit einer positiven Abweichung von 0,67°C war er überraschend kühl ausgefallen. Noch letztes Jahr erreichte er ein klimatisches Plus von 0,9°C. Vor zwei Jahren fiel die Abweichung etwas geringer aus. Dazwischen erreichten alle Monate eine deutlich höhere klimatische Abweichung. Teilweise fast 1,2°C.
Warum war der Juni 2025 nun so zurückhaltend? Schon im April und Mai nahm die klimatische Abweichung monatlich um rund 0,1°C ab. Im Juni betrug der Rückgang nun noch einmal 0,12°C. Der deutliche Abwärtstrend hält also schon seit drei Monaten an. Dies bedeutet für die nächsten Monate zwar nicht, dass es so weitergeht, da dies schnell wieder umschlagen kann. Doch ein markantes Ereignis ist es dennoch.
Die stärkste Einflussgröße ist der ENSO-Index. Der El Niño von 2023/2024 trieb die globalen Temperaturen deutlich über die Mittelwerte. Danach gab es zwar einen kurzen Abwärtstrend, da der Index wieder leicht in den negativen Bereich fiel und die weltweiten Temperaturen mit sich zog. Doch nachdem nun die ENSO nicht aus dem negativen Bereich herausfindet, bleibt der Einfluss negativ. Die weltweiten Abweichungen gehen daher stärker zurück. Etwa 40% der Erwärmung, die bisher über den Referenzzeitraum 1971-2000 erreicht wurde, ist damit in den letzten Monaten verschwunden.
Trotz des Rückgangs der globalen Erwärmung ist die nördliche Hemisphäre noch immer mit höheren Abweichungen behaftet als die südliche Halbkugel. Während es im Norden 0,92°C zu warm war, kann die Südhälfte nur mit einen Plus von 0,42°C aufwarten. Die Landflächen produzieren weiterhin den größeren Anteil. So stiegen die Temperaturen über den Kontinenten 0,93°C zu hoch an, über den Ozeanen nur 0,55°C. Die Landfläche der Nordhemisphäre war dabei mit 1,11°C mehr als doppelt so warm, wie die Südhalbkugel, die nur ein Plus von 0,52°C erreichte. Bei den Ozeanen sind die Verhältnisse die gleichen. Im Norden waren die Meere 0,77°C zu warm, im Süden nur 0,39°C.
Es bleibt nun abzuwarten, wie sich der ENSO-Index entwickelt und welchen Einfluss dies auf die weltweite Temperatur haben wird. Denn nicht immer laufen beiden Kurven synchron. Fast immer ist es so, dass ein El Niño die globale Temperatur durch eine starke Erwärmung anschließend auf ein etwas höheres Niveau als zuvor hebt. Ob es dieses Mal anders wird, werden die kommenden Monate zeigen.