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Juni weltweit wieder wärmer

[08.07.2019]

Die klimatischen Abweichungen der unteren Troposphäre haben im Juni wieder deutlich zugenommen. Das Defizit vom Mai ist damit wieder aufgeholt. Verursacht wurde diese Entwicklung vor allem auf den Kontinenten.


Wie dem Verlauf der Temperaturen der unteren Troposphäre zu entnehmen ist, zeigen die Messungen der Satelliten für den Juni 2019 wieder eine deutliche Zunahme der weltweiten Anomalien. Global war es 0,81°C zu warm. Die Anteile der beiden Hemisphären sind dabei fast gleich: Im Norden ist es derzeit 0,82°C, im Süden 0,8°C zu warm. Die Veränderung liegt dennoch in der Südhemisphäre bei 0,21°C, im Norden nur bei 0,18°C. Die Tropen waren im Schnitt 0,77°C zu warm. Was ebenfalls eine Zunahme um 0,18°C bedeutete. Betrachtet man die Temperaturen außerhalb der Tropen, so entfällt auf die Region nördlich davon ein Anteil von 0,2°C, südlich der Tropen von 0,21°C.


Wie bereits erwähnt, sind die Kontinente etwas stärker wärmer geworden als die Ozeane. Weltweit sind die Landflächen derzeit 0,91°C zu warm. Die Tropen sind dabei die Region mit den geringsten positiven Abweichungen, die aktuell 0,67°C betragen. Nördlich der Tropen ist es 1,03°C zu warm. Hier gab es auch die größte Zunahme um 0,32°C. Südlich der Tropen ist es mit einer Abweichung von 1,02°C fast genauso viel zu warm. Die Zunahme seit dem letzten Monat beträgt hier jedoch nur 0,28°C.


Die Ozeane konnten in der nördlichen Hemisphäre die steigenden Land­temperaturen ein wenig ausgleichen. Hier war es zwar 0,67°C zu warm, doch lag die Veränderung bei nur +0,04°C. Südlich der Tropen stiegen die Wasser­temperaturen 0,78°C über die Normalwerte. Dabei handelte es sich um eine weitere Zunahme um 0,21°C. In den Meeren der Tropen war es sogar 0,8°C zu warm, obwohl der El Niño sich weiter abschwächte. Weltweite ergab sich damit eine Zunahme der ozeanischen Temperatur­anomalie um 0,16°C auf nun 0,76°C.


Laut den Satelliten-Messungen bewegt sich die weltweite Temperatur erneut auf sehr hohem Niveau. Einen gewissen Anteil wird der El Niño im Ostpazifik beitragen, der zwar zu den Schwächeren gehörte, aber noch immer seine Anomalie nur sehr langsam abbaut. Sollte er sich zur kommenden Jahreswende erneut verstärken, würde dies die weltweiten Temperaturen noch einmal nach oben befördern.


Aber die Ozeane könnten auch noch für Über­raschungen sorgen. Die Wasser­temperaturen unterliegen in den letzten Jahren sehr großen Schwankungen. Dort könnte sich rasch eine Abkühlung entwickeln, die den globalen Mittelwert in kürzester Zeit nach unten zieht.


Redaktion meteo.plus