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Juli war zweigeteilt

[02.08.2021]

Nachdem der Juni den Sommer brachte und deutlich zu warm ausfiel, ließ der Juli erneut eher durch­wachs­enes Wetter zurück­kehren. Dem Sommer gehen die Chancen nun immer schneller aus.


Der Juni war fast überall in Deutschland mindestens 3°C wärmer als im langjährigen Durchschnitt ausgefallen. In Baden-Württemberg waren es nur 2,7°C geworden. In Ostdeutschland lagen die Temperaturen zwischen 3,5 und 3,8°C zu hoch. Regen gab es nur in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zu wenig. Die Defizite fielen aber nicht sehr groß aus. Viel größer waren die Niederschalgssummen, die im übrigen Deutschland zu viel vom Himmel fielen. Trotz der zu hohen Temperaturen, fiel vor allem in Südwestdeutschland deutlich mehr Regen als üblich. In Rheinland-Pfalz lag die Regensumme fast 30 Liter pro Quadratmeter höher als im Klimadurchschnitt. In Baden-Württemberg wurde sogar ein Plus von fast 66 Litern registriert.


Die höheren Temperaturen resultierten vor allem aus dem großen Angebot an Sonnenstunden. Im Saarland gab es 24 Stunden mehr als üblich, in Mecklenburg-Vorpommern war es sogar ein Plus von knapp mehr als 74 Stunden. Dort gab es im Endeffekt ein Viertel mehr.


Dieses Plus an Sonne fehlte im Juli. Verbreitet blieb der Himmel 15 bis 36 Stunden länger verdunkelt als üblich. In Nordrhein-Westfalen fehlten sogar fast 43 Stunden. In Sachsen fiel das Defizit mit 11,6 Stunden am geringsten aus.


Die vielen Wolken wurden von Tiefdruckgebieten zu uns gebracht. Diese hatten oft viel Feuchte vom Nordatlantik und dem westlichen Mittelmeerraum dabei. Dementsprechend gab es vor allem im Westen Deutschlands deutlich mehr Regen als üblich, der örtlich zu starken Unwettern führte. 43 bis über 61 Liter gab es pro Quadratmeter mehr als im klimatischen Durchschnitt. Im Norden und Osten hingegen war es oft wieder zu trocken. In Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern brachten jedoch Gewitter ein Plus an Regen.


Die Temperaturen fielen dem Regen entsprechend aus. Im Südwesten war es 0,4 bis 0,8°C kühler als gewöhnlich, im Nordosten hingegen 0,6 bis 1,8°C wärmer. Die höchsten positiven Abweichungen wurden in Mecklenburg-Vorpommern registriert.


Insgesamt blieb der Juli ein ganz normaler Monat seiner Art. Mit einer Durchschnittstemperatur von 17,7°C war er 0,3°C kühler als im langjährigen Mittel von 1981 bis 2010. Statt den üblichen 84,5 Litern pro Quadratmeter fielen jedoch nur 51,8 Liter und das oft sehr ungleich verteilt. Im Schnit ein Defizit von fast 33 Litern. Mit fast 233 Sonnenstunden gab es immerhin gut 11 Stunden mehr als üblich.


Es bleibt abzuwarten, wie sich der August entwickelt. Die Hundstage fallen bereits deutlich kühler aus, als dies typischerweise wäre. Die Aussichten der ersten Woche sehen eher trüb und verregnet aus. Mitte August könnte aber noch einmal der Sommer zurückkehren. Doch die Sonne senkt sich derzeit jeden Tag schneller und kündigt damit langsam den Herbst an.


Redaktion meteo.plus