34.236.192.4

Juli trocken, sonnenreich und warm

[03.08.2022]

Der Juli war in Deutsch­land trocken, sonnen­reich und warm. Im lang­jähri­gen Kon­trast je­doch nicht unbedingt un­ge­wöhnlich.


Mit einer Durchschnittstemperatur von 19,1°C war der Juli nur 1,2°C wärmer als der langjährige Mittelwert von 1981 bis 2010. Doch in den einzelnen Bundesländern sieht es unterschiedlich aus. In Schleswig-Holstein wurde die langfristige Mitteltemperatur erreicht, ansonsten war es zu warm. In den neuen Bundesländern lagen die Temperaturen meist 0,5 bis 1,1°C zu hoch. Je weiter südlich, desto mehr. In Hessen und Bayern war es 1,6 bzw. 1,7°C zu warm, im Südwesten stiegen die Temperaturen sogar mehr als 2°C über die Normalwerte. Das Saarland verzeichnete mit einem Plus von 2,4°C die höchsten positiven Abweichungen.


Die Verteilung der Niederschlagssummen folgt dem gleichen Gefälle. In den neuen Bundesländern fehlten zwar 18 bis 32 Liter pro Quadratmeter, in Sachsen sogar über 47, doch im Süden und Südwesten fehlte noch viel mehr. In Rheinland-Pfalz gab es im Schnitt nur 9,3 Liter pro Quadratmeter, was einem Defizit von 62 Litern entsprach. In Bayern und Baden-Württemberg fehlten 66 bzw. 70 Liter. Im Saarland wurde die geringste Regenmenge gemessen. Bei nur 5,6 Litern pro Quadratmeter fehlten knapp über 70 Liter.


Die deutlich höheren Temperaturen und geringeren Niederschlagssummen im Südwesten Deutschlands wurden noch um die meisten Sonnenstunden ergänzt. Im Saarland verzeichneten die Messstationen ein Plus von fast 97 Stunden. Das entsprach insgesamt einem Sonnenschein von 330 Stunden in einem Monat, über 10,6 Stunden pro Tag. Wolken waren damit nur selten anzutreffen. In Richtung Norden nahm die Bedeckung immer weiter zu. In Schleswig-Holstein fehlten gegenüber dem langfristigen Durchschnitt sogar 6 Sonnenstunden.


Das deutschlandweite Temperaturplus von 1,2°C war nicht besonders markant. Das Niederschlagsdefizit von fast 47 Litern pro Quadratmeter verschlimmerte zwar die Trockenheit der letzten Monate und Jahre, doch als Einzelwert kam dies in den letzten 140 Jahren immer wieder mal vor. Das Plus beim Sonnenschein von gut 44 Stunden war zwar auch extrem, doch nicht außergewöhnlich. Vielmehr verschlimmert die Kombination der vergangenen Monate und Jahre die Situation. Und das nicht nur in Deutschland, sondern in weiten Teilen Mittel- und Südeuropas.


Redaktion meteo.plus