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Eisbedeckung nimmt im Norden zu

[04.08.2022]

Die Eisbedeckung am Nord­pol über­steigt der­zeit die Wer­te des letz­ten Jah­res. Doch nicht über­all sieht es so gut aus.


Die Bedeckung mit Meereis hat in den nördlichen Breiten wieder zugenommen. Die deutliche Abnahme seit den 1980er Jahren hat sich in den letzten Jahren etwas verlangsamt. Nachdem im Jahre 2020 das Defizit gegenüber den früher üblichen Werten schon 2 Millionen Quadratkilometer betrug, kam es 2021 bereits zu einer deutlichen Erholung. Aktuell liegt die Ausdehnung des Meereises bei 6,737 Millionen Quadratkilometern. Anfang August letzten Jahres waren es nur 6,429.


Der letzte Tiefpunkt von 2020 ähnelte dem Wert von 2016. Dazwischen gab es kaum eine Veränderung. Ob der Anstieg in den letzten gut anderthalb Jahren sich weiter fortsetzen wird, bleibt abzuwarten. Denn auch in den Jahren 2008 und 2013 gab es ähnliche Situationen. Auf eine kurze und kräftige Erholung folgte eine über mehrere Jahre andauernde Reduzierung des Meereises.


In der südlichen Hemisphäre sieht es etwas anders aus. Dort nahm seit Ende der 1970er Jahre das Meereis in seiner Ausdehung zu. In den Jahren 2013 und 2014 wuchs das Packeis in den Gewässern der Antarktis sogar noch einmal deutlich schneller, um dann ab 2015 deutlich zurückzugehen. Im Jahre 2017 wurden die bisher niedrigsten Jahreswerte erreicht, auch die bis dahin geringste Eisausdehnung im Hochsommer der Südhalbkugel. Bis 2021 erholte sich die Situation aber wieder. Die gemessenen Werte glichen wieder den damals üblichen.


Doch im letzten Südsommer, der zur Jahreswende 2021/2022 stattfand, nahm das Meereis wieder rasant ab. Es wurden sogar Rekordwerte beim Minimum festgestellt, die 2017 knapp unterboten. Derzeit nimmt zwar das Packeis infolge des dortigen Winters wieder zu, doch liegen die Messungen noch weit hinter den Vorjahreswerten. Anfang August 2021 wurden noch 17,5 Millionen Quadratkilometer registriert, der August 2022 hingegen startete nur mit 12,463.


Bisher liegen die Jahresdurchschnittswerte des südlichen Meereises noch im Rahmen der Variabilität vergangener Jahrzehnte, doch es könnte sein, dass es bald wieder neue Rekorde nach unten gibt, wenn sich der aktuelle Trend noch zwei bis drei Monate fortsetzt.


Redaktion meteo.plus