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Weiterhin warme Aussichten

[14.06.2017]

Der Trend der weltweiten Temperatur zeigt zwar derzeit nicht aufwärts, wird aber weiterhin auf dem Niveau der letzten Monate verbleiben. Im Pazifik hingegen könnte sich langsam ein Abwärtstrend abzeichnen.


Nach dem El Niño 2015 / 2016, der der stärkste seit 1950 war, folgte im zweiten Halbjahr 2016 nur eine kleine La Niña. Anfang diesen Jahres nahm die Temperatur der äquatorialen Meeresgebiete im Pazifik wieder zu. Seit März liegen diese wieder im positiven Bereich. Auch im Mai nahm der Index noch einmal leicht zu. Erst zum Herbst hin ist eine Abschwächung zu erwarten.


Ein Anstieg der Temperatur im äquatorialen Pazifik führt zwangsläufig zu einem weltweiten Temperaturanstieg. Dieser dürfte in den nächsten Monaten jedoch Saison bereinigt eher schwach ausfallen. Auch der weltweite Meeresspiegel reagiert empfindlich auf die Signale im Pazifik. Mit einem nennenswerter Anstieg ist jedoch nicht zu rechnen. Der Trend der letzten Jahrzehnte bleibt weiterhin konstant.


Auch die Atlantische Multidekaden-Oszillation (AMO-Index) stieg im April und Mai wieder an. Dies wirkt sich im nordatlantischen und europäischen Raum ebenfalls erwärmend aus. Die derzeitigen Index-Werte liegen jedoch im Mittel der letzten 20 Jahre, also eine unveränderte Situation. Eine Umkehr zu einer negativen Phase der AMO ist aus statistischer Sicht in den nächsten 10 Jahren nicht zu erwarten. Der Wärmeschub aus dem Nordatlantik bleibt uns daher in Europa noch eine Weile erhalten.


Für die Pazifische Dekaden-Oszillation (PDO-Index) wurde bisher noch kein Mai-Wert berechnet. Der Wärmeschub vom Nordpazifik Richtung Nordamerika schwindet jedoch mittlerweile etwas und eine Umkehr der PDO in die negative Phase wird immer wahrscheinlicher. Vor 10 Jahren wurde dieser Prozess schon einmal vollzogen, aber auch wieder abrupt beendet. Seit 2014 liegen die Werte im positiven Bereich und sorgen für einen Wärmezufluss Richtung Nordamerika.


Die Arktische Oszillation (AO-Index) lag im April und Mai im negativen Bereich und sorgte vor allem in Europa für einen durchwachsenen Frühling und Frühsommer. Auch im Juni zeichnet sich ein Fortbestehen der negativen Werte an. Zum Herbst und Winter hin könnten dann jedoch wieder positive Werte folgen.


Redaktion meteo.plus